Traueranzeige

Verstorbene Mitglieder

Pawlo Dlaboha, langjähriger Mitglied des Ukrainischen Vereins der Schweiz

Schweren Herzens geben wir bekannt, dass Pawlo Dlaboha, ein langjähriger Mitglied des Ukrainischen Vereins in der Schweiz, am Freitag, 6. September 2024, verstorben ist.

Pawlo kam, wie so viele in unserer Gemeinschaft, auf Umwegen in die Schweiz, als er mit seinen Eltern aufgrund der bedrohlichen politischen Lage in Osteuropa aus Polen fliehen musste. Pawlo wurde am 11. März 1951 in Legnica, Polen, geboren und wanderte 1961 von Polen in die Vereinigten Staaten aus. Im Alter von 16 Jahren kehrte er in sein geliebtes Europa zurück, um Musik zu studieren. Seine Studien führten ihn nach Luzern, Zürich, Genf und später in das Vereinigte Königreich.

1974 liess er sich schliesslich in Luzern nieder, wo er am Luzerner Kantonsgymnasium Musiktheorie, Orchesterdirigieren und angewandtes Englisch unterrichtete und als Klavierlehrer tätig war. Neben seiner Lehrtätigkeit widmete Pawlo seine Zeit seiner geliebten Ukraine. Er beteiligte sich aktiv an den Aktivitäten des Ukrainischen Vereins, organisierte Konzerte, Liederabende und leitete Kammerorchester in der Schweiz und im Ausland. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit der Ukraine organisierte Pawlo das erste Schweizer Musikfestival in der Ukraine, dirigierte zahlreiche ukrainische Symphonie- und Kammerorchester, darunter die Camerata Leonis in Lemberg, war Gastdirigent in Lemberg, Zaphorizhia und Dnipro und einer der Gründer der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik in Odessa.

Gleichzeitig organisierte Pawlo in der Schweiz Kurse für ukrainische Musiker, Konzerte mit neuer ukrainischer Musik in Zürich und trug dazu bei, dass Jewhen Stankowytsch, einer der produktivsten ukrainischen Komponisten, ein Stipendium als Composer in Residence für einen viermonatigen Aufenthalt in Biel erhielt. Auch produzierte er 1988 die CD „Lucerne Concert“, die erste digitale Aufnahme von Jewhen Stankowytschs Kammersinfonie Nr. 3 und seiner der Camerata Leonis gewidmeten Bearbeitung von Astor Piazzolas „Adios Nonino“.

Neben der musikalischen Sphäre setzte sich Pawlo Dlaboha unermüdlich für die Ukraine in der Schweiz ein, sowohl als privater Schweizer Bürger als auch als Vorstandsmitglied des Ukrainischen Vereins. Von 2018 bis zu seinem Tod vertrat er unseren Ukrainischen Verein in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates im Ausschuss für Diaspora-Politik.

Pawlo war bei vielen bekannt und bei allen beliebt. Stets tadellos gekleidet in seinen symbolträchtigen Hut und Schal, zauberte Pawlo mit seiner ansteckenden Art, seinem warmen Lächeln, seiner Lebensfreude und seiner grosszügigen Aussprache des Wortes „beautiful“ immer wieder ein Grinsen auf das Gesicht aller. Seine Energie und sein Engagement waren ansteckend, sowohl für seine Kollegen als auch für die vielen jungen Menschen, die während seiner langen Lehr- und Mentorenlaufbahn seinen Weg kreuzten. Er hinterlässt seine Söhne Damiàn und Markian und deren Mutter Marina.

Anstelle von Blumen bittet Pawlo um Spenden an den Ukrainischen Verein in der Schweiz in seinem Namen.

Ukrainischer Verein in der Schweiz/Société Ukrainienne en Suisse case postale 2, 1701 Fribourg – IBAN: CH40 0900 0000 8776 5794 8

Requiescat in Pace! Vichnaya Pamiat!

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